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Gesundheitsvorsorge und Krankheiten
Allgemein
Leider sind Ratten von natur aus sehr krankheitsanfällig,
insbesondere für Tumore und Atemwegserkrankungen.
Bei Krankheitsverdacht sollte man daher immer einen Tierarzt aufsuchen. Man geht lieber
einmal zuviel
zum Tierarzt als einmal zu wenig. Grundsätzlich sollte man einen Tierarzt, der
Erfahrung mit
Ratten hat, aufsuchen, da die Gefahr einer Fehldiagnose und Schädigung durch
falsche Medikamente
sehr groß ist. Man sollte sich direkt nach der Anschaffung nach einem guten
Rattentierarzt in
Nähe erkundigen.
Trotzdem sollte man immer bedenken, dass viele Krankheiten durch eine artgerechte
Haltung
vermeidbar sind, deshalb sollte man bei eventuellen Krankheitssymptomen auch immer
Haltung und
Fütterung überprüfen.
Allgemein
Ratten können uns nicht mittels Sprache sagen, wann und was ihnen fehlt.
Wir müssen ganz von alleine an ihrem Zustand erkennen, dass ihnen etwas
fehlt. Wenn man aber eine gute Beziehung zu seinen Tieren hat und wenn man
sich viel mit ihnen beschäftigt, wird dies kein Problem sein.
Damit man rechzeitig eine Krankheit erkennt, sind Gesundheitskontrollen
nötig.
Tägliche Kontrollen:
- Haut und Fell
- Krallen
- Augen
- Ohren
- Nase
- sichtbare Zähne
- Pfoten
- After
- Schwanz
- Verhalten
Krankheitsanzeichen
Die Ratte
- lahmt oder taumelt.
- ist matt und apathisch.
- kratzt sich sehr häufig.
- frisst nicht gut und/oder hat stark abgenommen.
- hat starken Haarausfall; eventuell mit kreisrunden kahlen Stellen
- hat sichtliche Schmerzen.
- hat gesträubtes, struppiges Fell.
- hat entzündete oder gerötete Pfoten.
- hat Wunden am Körper.
- beißt plötzlich seinen Menschen und/oder seine Artgenossen.
- hat Schwellungen und harte Knötchen an/in der Haut.
- atmet schwer und rasselnd.
- hat rötlich gefärbten Ausfluss aus den Augen und/oder der Nase.
- hat Ausfluss aus den Geschlechtsteilen bzw. dem After.
- sondert sich von seinen Artgenossen ab.
Haut- und Fellpflege
Man sollte bei dem jedem Kontakt mit der Ratte, das Tier einmal am ganzen Körper
abtasten.
Dadurch kann man frühzeitig gesundheitliche Veränderungen wie Tumore oder Abszesse
feststellen.
Abszesse sind Eiteransammlungen in nicht vorgebildeten, sondern durch krankhafte
Vorgänge im
Körper neu gebildeten, unnatürlichen Gewebshöhlen. Der Abszess ist ein
infektiöser Prozess mit
allen Zeichen der Entzündung: Rötung, Hitze, Schwellung, Schmerz. Tumore sind die
Folge von
tiefgreifenden Stoffwechselstörungen.
Abszesse treten bei Infektionen nach Verletzungen oder nach einer Operation auf und Tumore
sind
bei Ratten leider typische Alterserscheinungen.
Falls man ungewöhnliche Erhebungen an seinem Tier feststellt, sollte man sofort zum
Tierarzt
gehen. Im Falle eines Abszesses wird dieser geöffnet, ausgedrückt und
gespült. Bei einem Tumor
muss der Tierarzt entscheiden, ob der Tumor operiert werden kann oder nicht und ob der
Allgemeinzustand des Tieres überhaupt eine Operation zulässt.
Ein Tumor bedeutet aber nicht zugleich das Ende des Tieres, auch wenn der
Tumor nicht operabel ist. Die Ratte kann durchaus noch ein schönes Leben
führen, solange sie keine Schmerzen hat.
Zu lange Zähne
Die Nagezähne von Ratten wachsen ihr Leben, daher ist wichtig, dass man für genug Nagematerialen sorgt. Übermäßiges Zahnwachstum kann zu Schmerzen bei der Nahrungsaufnahme führen und deswegen sollte man täglich kontrollieren, ob zumindest ihre Vorderzähne in Ordnung sind. Falls dem nicht so sein sollte, muss man zu einem Tierarzt gehen, der wird die zu langen Zähne kürzen.
Gewichtskontrollen
Einmal in der Woche sollte man das Gewicht seiner Ratten
überprüfen. Erstens erkennt man dadurch direkt beginnende Krankheit,
da das erste Anzeichen für eine Krankheit weniger Nahrungsaufnahme ist.
Zweitens kann man dadurch kontrollieren, ob einer Ratte nicht zu dick
wird. Schwergewichtige Tiere erkranken häufiger an Krebs oder an
Diabetes und sterben dadurch schnell als normalgewichtige Ratten, daher ist es wichtig,
dass eine Ratte nicht zu dick wird und
man rechtzeitig dagegen wirken kann.
Schwergewichtige Ratten müssen viel Bewegung und weniger zu fressen bekommen.
Man kann es zum Beispiel so regeln, dass die dicklichere Ratte, nachdem
seine Artgenossen schon im Käfig sind und fressen, sich noch ein wenig
außerhalb des Käfigs bewegen muss.
Ausgewachsene Böcke wiegen in der Regel zwischen 350 und 600 g,
ausgewachsene Weibchen zwischen 250 und 350 g. Doch dies sind auch nur
Richtwerte. Wie beim Menschen auch, kann man nur schlecht sagen, welches
Gewicht allgemein optimal ist, da es einfach individuell schwankt.
Innere und äußere Parasiten
Schütteres Haar, mattes und stumpfes Fell, großflächiger
Haarausfall und krustige Hautstellen, an denen sich die Ratten immer wieder kratzen, können
ein Hinweis auf Milben, Flöhe und Haarlinge sein. Ein anderer Hinweis auf Parasiten
sind kleine
Blutströpfchen im Nistmaterial oder in der Umgebung des Rattenheims. Ein gesundes Tier
wird nur
selten von Parasiten befallen. Durch Parasiten besteht die Gefahr einer Infektion.
Massenbefall kann zu Apathie, Abmagerung und Blutleere führen.
Milben verursachen ein struppiges, unregelmäßiges Haarkleid. In schweren
Fällen kommt es zu
starker Schuppenbildung an den haarlosen Stellen von Mund, Nase und Ohren. Es zeigen sich
randige
Verkrustungen oder Ekzeme. Milben ernähren sich von Hautabsonderungen des Wirtstieres
und können
bei starkem Befall besonders Jungtiere empfindlich schwächen.
Flöhe sind Blutsauger und können, besonders wenn sie massenhaft auftreten,
Überträger von
Infektionskrankheiten sein. Ansteckungsmöglichkeiten sind andere Haustiere, der
Mensch (durch
ungewaschene Hände), das Futter oder die Einstreu. Man sollte sofort zum Tierarzt gehen.
Daneben
sollte der Käfig und alle Einrichtungsgegenstände gründlich gereinigt werden.
Bumblefeet
Bei übergewichtigen Tieren oder bei feuchter Einstreu können extrem starke Schwielenbildungen an den Hinterpfoten auftreten.
Pilzerkrankungen
Die ähnlichen Symptome wie Hautparasiten können auch Hautpilze verursachen. Diese haben auch ähnliche Ansteckungsmöglichkeiten. Hierbei ist auch der Tierarztbesuch unumgänglich und der Besitzer muss bei einer Pilzerkrankung wohl oder übel seinen Hautarzt aufsuchen, weil ein Hautpilz auch auf den Menschen übertragbar ist. Außerdem muss auch hier der Käfig und die Einrichtungsgegenstände gereinigt und desinfiziert werden.
Atemwegsekrankungen
Neben Tumoren sind Atemwegsprobleme die häufigste Krankheit bei Ratten. Alarmierende Anzeichen sind häufiges und heftiges Niesen, Husten, Röcheln, rasselnde, knackende und keuchende Atemgeräusche und starker Nasenausfluss. Die Ursache liegt hierfür vor allem an Zugluft. Rauch, Zigarettenqualm und Allergien könnten auch eine Rolle spielen. Zudem könnte auch ein Virus vorliegen: zum Beispiel die Mykoplasmen. Dies ist eine hochansteckende Erkrankung der Atemwege. Eine antibiotische Behandlung ist auf jeden Fall schnell und dringlich nötig. Man sollte außerdem für eine hohe Flüssigkeitszufuhr und Wärme sorgen. Wenn nichts unternommen wird, kann so eine Erkrankung schnell chronisch werden und die arme Ratte wird dadurch gegenüber andere Krankheiten erheblich geschwächt .
"Blutige" Nase und Augen
Die Harder`schen Drüsen münden in den inneren Augenwinkeln der Ratten und sie produzieren ein Sekret, das Augäpfel und Lider geschmeidiger hält. Durch Stress und/oder Erkrankungen wird das rötlich gefärbte Sekret, das kein Blut ist, im Übermaß produziert und tritt über die Tränenflüssigkeit und durch die Nasenlöcher aus. Allgemein geht man von einem geschwächten Immunsystem aus, weiterhin könnte hinter dieser Erscheinung Atemwegsprobleme, Störungen im Magen- und Darm-Trakt oder im Nieren- und Blasensystem stecken. Man sollte dieses Symptom auf jeden Fall ernst nehmen und nach möglichen Ursachen für Stress oder nach weiteren Krankheitsanzeichen suchen. Falls weitere Anzeichen auftreten oder man keine Ursache dafür finden kann, sollte man einen Tierarzt aufsuchen.
Infektionskrankheiten
Bei nur den geringsten Anzeichen für eine dieser Krankheiten sollte man sofort zum Tierarzt gehen.
- Kolibazillose:
Diese Krankheit tritt hauptsächlich bei neugeborenen Tieren oder nach dem Absetzen, bei plötzlicher Futterumstellung und nach Antibiotikagaben auf. Um vorzubeugen, muss besonders auf Hygiene und vielseitiges, gutes Futter geachtet werden. Abrupte Futterumstellungen sind zu vermeiden. Wegen des wässrigen Durchfalls ähnelt die Kolibazillose zunächst einer Magen-Darm-Erkrankung. Fieber, Blähungen und vermehrter Speichelfluss können hinzukommen. Unter Umständen tritt der Tod in 6 bis 72 Stunden ein. Deshalb sollten Selbstbehanlungen einer scheinbaren Magen- Darm- Erkrankung niemals länger als 24 Stunden ohne Aufsicht eines Fachmanns durchgeführt werden.
- Lymphozytäre Choriomeningitis (Hirnhautentzündung):
Es handelt sich um eine Virusinfektion, die hauptsächlich Jungtiere im Alter von ein bis sechs Monaten befällt. Der Erreger wird mit Harn, Kot und Speichel ausgeschieden. Die Übertragung erfolgt unter den Tieren durch Bisswunden, bei der Begattung und über blutsaugende Anthropoden wie Flöhe und Läuse und über die Atemwege. Die übertragung auf den Menschen erfolgt durch infizierten Kot, Harn und Speichel. Die beste Vorsorge dagegen ist gründliche Hygiene und Desinfektion (z.B. mit ätherischem Teebaum-Öl).
- Salmonellose (Mäusetyphus):
Die Ansteckung erfolgt durch Aufnahme von infiziertem Kot, beziehungsweise durch mit kotverschmutztem Futter oder Einstreu. Eine erkrankte Ratte verliert an Gewicht, hat blasse Ohren und Durchfall. Die Aftergegend ist verschmutzt, an der Nase bilden sich braune Krusten. 70 % der erkrankten Tiere sterben innerhalb von vier bis neun Tagen.
- Speichelkrankheit:
Die Speichelkrankheit ist eine virusbedingte Erkrankung, die meistens symptomlos verläuft. Es kann jedoch zur Entzündung der Speicheldrüse mit mumpsähnlichen Symptomen kommen. Auch sind vom Schwanz ausgehende, nach vorn übergreifende Lähmungen und Bindehautentzündungen möglich.
- Viruspneumonie und bakterielle Pneumonie (Lungenentzündung):
Lungenentzündungen werden durch Bakterien, in seltenen Fällen auch durch Viren verursacht. Temperaturschwankungen und zu hohe Luftfeuchtigkeit, Erkältungen und eine allgemeine Schwächung der Tiere steigern die Anfälligkeit für eine Lungenentzündung. Die Lungenentzündung äußert sich zunächst nur in allgemeinen Symptomen wie struppiges Haarkleid, Fressunlust, Unruhe oder Bewegungsunlust mit kauernder Haltung, eventuell auch mit Durchfall. Dann folgen verklebte Augen, schleimiger Nasenausfluss, eventuell Blut im Kot oder Ödeme am Kopf. Aufgrund der starken Verschleimung kommt es zu pfeifenden oder rasselnden Atemgeräuschen, infolge der verklebten Nase zu Atemnot.
Durchfall
Je nachdem wie flüssig der Kot ist, muss man nicht sofort den Tierarzt aufsuchen. Wenn der
Durchfall nur sehr leicht ist, sollte man erst einmal das Frischfutter einstellen und stattdessen
Zwieback und Tee und anbieten. Falls der Durchfall nach einem Tag immer noch nicht weg ist,
sollte man zum Tierarzt gehen.
Bleibt sehr starker Durchfall unbehandelt, verschlechtert sich der Allgemeinzustand nicht zuletzt
durch den großen Flüssigkeitsverlust.
Ist der Grund für die Erkrankung in falscher Fütterung oder schlechter Unterkunft zu sehen, z. B.
feuchter Käfigboden, Zugluft, Unterkühlung, verdorbenes Futter oder plötzliche Futterumstellung,
kann der Durchfall durch sofortige Abstellung schnell gestoppt werden.
Vorsicht ist geboten, wenn der Stuhl wässrig und blutig ist und förmlich aus dem Darm schießt. Es
besteht der Verdacht auf Vergiftung durch Pflanzenschutzmittel, starke Vermehrung von
Darmparasiten oder eine schwere Infektionskrankheit. Man muss sofort den Tierarzt aufsuchen.
Besonders bei Jungtieren ist schnelle Hilfe geboten.
Ursache für
Durchfallerkrankungen kann man in Ernährungsfehlern, verunreinigtem
Trinkwasser bzw. Futter, feuchter und stark verschmutzter Einstreu,
Bakterien- oder Virusinfektionen, Gabe von Antibiotika und in einem
Wurmbefall suchen.
Verstopfung
Verstopfung ist bei Ratten sehr selten, dafür aber um so gefährlicher. Ursache für Verstopfung sind meist mangelnde Bewegung, einseitige Fütterung oder verdorbenes Futter. Hier kann man Joghurt und Milch anbieten. Falls sich die Verstopfung nicht bald legt, sofort zum Tierarzt.
Mangelkrankheiten
Mangelkrankeiten kommen nur vor, wenn die Zusammensetzung des Futters nicht stimmt. Trotzdem möchte ich aber auch gleichzeitig davor warnen, wahllos Vitaminpräparate zu geben. Eine Überdosierung von Vitaminen hat ebenso krankhafte Auswirkungen wie eine Unterversorgung an Vitaminen oder sogar noch schlimmere.
- Vitamin A
kommt nur in tierischen Produkten als fertiges Vitamin vor. Besonders reichhaltig sind Leber, Milch, Butter und Eigelb. Ein Mangel an Vitamin A ruft bei Ratten Lungenentzündungen, Haut-, Schleimhaut- und Augenschäden sowie Wachstumsschäden hervor. Der Vitaminmangel kann auch mitverantwortlich für eine geringe Wurfgröße sein.
- Vitamin B1
ist in fast allen pflanzlichen und tierischen Geweben enthalten. Reichhaltig sind Hefe, Reisklee, Getreidekeime, Gemüse, Früchte, Kartoffeln, Eigelb, Leber, Herzmuskeln, Niere, Milch und Fleisch. B1-Mangel führt bei Ratten zu Durchfall, Lähmungen und Krämpfen.
- Vitamin B2
befindet sich in allen Zellen, besonders in Milch, Eiern, Leber, Pilzen, Nüssen und Weizen. B2-Mangel erhöht bei Ratten die allgemeine Infektionsbereitschaft und führt zu Blutarmut, Hautentzündungen und Augenveränderungen in Form von Trübungen der Hornhaut.
- Vitamin B6
kommt reichlich in tierischen Organen, Eigelb, grünen Pflanzenteilen, Früchten, Weizen, Mais und Hefe vor. B6-Mangel führt bei Ratten zu Rattenpellagra (Hauterkrankung).
- Vitamin B12
ist in Sojabohnen, Fisch, Milch, Fleisch, Leber, Eigelb und Eiweiß enthalten. B12-Mangel erzeugt bei Ratten Wachstumshemmungen.
- Pantothensäure
findet sich hauptsächlich in Reisklee, Getreide, Hülsenfrüchten, Hefe, Leber, Nieren und Muskelfleisch. Bei Pantothensäuremangel zeigen Ratten eine erhöhte Infektionsbereitschaft für Schnupfen und Lungenentzündungen, außerdem wurde Wachstumsstillstand beobachtet.
- Folsäurekomplex
kommt hauptsächlich in Leber, Niere, Hefe und Blattgemüse vor. Folsäuremangel führt bei Ratten zu Blutarmut und Missbildungen.
- Vitamin D3
ist als fertiges Vitamin in Fischleberölen und als Provitamin in Fischlebertran, Fischfleisch, Schweinespeck, Milch und Milchprodukten, Eigelb und Hefe vorhanden. Ein Mangel an Vitamin D erzeugt rachitische Knochenveränderungen, also Knochenerweichungen oder -verformungen.
- Vitamin E
findet sich hauptsächlich in Getreidekeimlingen, grünem Gemüse, Salat, Eigelb, Milch und Butter. Vitamin E-Mangel erzeugt bei Ratten eine Nerven- und Muskelveränderungen und führt zur Unfruchtbarkeit.
- Tierisches Eiweiß
Zuwenig Eiweiß ruft abnormes psychisches Verhalten hervor mit Bissigkeit, Lungenentzündungen und Sterilität. Ein Zuviel hingegen macht die Tiere schreckhaft und ebenfalls bissig.
- Calcium
ist in allen Körperzellen vorhanden, insbesondere in den Knochenzellen. Bei Calciummangel wird die Skelettverknöcherung verhindert, es kommt zu Wachstumsstillstand und schließlich zum Tod durch Entkräftung.
- Eisen
befindet sich im Blut, in den Muskelzellen, in den Darmzotten und in der Darmwandung. Fehlt Eisen so kann es zu Blutarmut, Muskelerschlaffung und Verdauungsstörungen kommen.
- Kalium
kommt in den Zellen des Gehirns, der Nerven, in den Muskelzellen, in den Blutkörperchen und in der Blut- und Gewebeflüssigkeit vor. Kaliummangel kann zu Herzmuskelschäden führen, die bei Ratten oft tödliche Folgen haben.
- Magnesium
enthalten die Muskeln, Blutkörperchen, Nerven, das Gehirn, das Rückenmark, die Knochen und die Zähne. Ein Mangel kann zu Durchfall, Haarausfall, Ödembildung und Wachstumsstillstand führen.
- Natrium chloratum
kommt in allen Körperflüssigkeiten und Geweben vor. Natriummangel äußert sich in Hautausschlägen, Tränen- und Speichelfluss, sowie in blutigen Bindehautsekret.
Pendelnder Kopf
Dieses Verhalten trifft man häufig bei rotäugigen Tieren an. Die Augen sind wesentlich lichtempfindlicher als die Augen mit einer dunkelgefärbten Iris. Die betreffenden Ratten versuchen durch das Pendeln ihr schlechteres Sehvermögen auszugleichen.
Lähmngserscheinungen
Bei älteren Ratten, bevorzugt bei Böcken, können Lähmungen der Hinterhand entstehen. Wenn dieser Fall eintreten sollte, muss man den Käfig behindertengerecht einrichten und die Ratte beim Putzen unterstützen. Solange keine weiteren Erkrankungen hinzukommen, können Ratten mit so einer Lähmung sehr gut leben.
Schiefkopf
Ein Schiefkopf wird meistens durch eine Mittelohrentzündung, einen Schlaganfall oder einen Gehirntumor hervorgerufen. Eine Nebenerscheinung beim Schiefkopf sind häufig Gleichgewichtsprobleme. Man sollte unbedingt schnellstmöglich zu einem Tierarzt, damit der Schiefkopf behandelt werden kann. Auch wenn er in den meisten Fällen nicht mehr völlig verschwindet, kann man durch Antibiotika eine Verbesserung erzielen. Falls die Ratte überhaupt nicht mehr klarkommt, d.h. sie fällt dauernd um, kann sich nicht putzen, kann nicht fressen und trinken, dann sollten man sich Gedanken über das Einschläfern machen.
Gedanken zu einer Operation
Wenn man eine Ratte, egal aus welchen medizinischen Gründen
operieren lassen muss, muss man vor der OP und danach einiges beachten:
Als erstes sollte man sich einen guten kompetenten Tierarzt aussuchen,
der sich mit Ratten auskennt und sie nicht gerade als sprichwörtliche
Versuchstiere ansieht. Wichtig ist, wie oft der Tierarzt bereits Ratten
dieser OP unterzogen hat und wie viele Ratten Operationen bei ihm
überlebt haben. Auch ist die Narkoseform nicht unwichtig. Man sollte
nur operieren lassen, wenn der betreffende Tierarzt mit der Gasnarkose
arbeitet. Diese Narkose ist um einiges risikoärmer als die übliche
Injektionsnarkose.
Vor der Operation dürfen Ratten nicht nüchtern bleiben, im Gegensatz
zu Menschen und Hunden. Eine Operation auf nüchternem Magen könnte
verhängnisvolle Folgen nach sich ziehen. Da die Ratte noch zusätzlich
geschwächt worden ist, wird das Narkoserisiko um einiges erhöht. Man
sollte also bis zum Transport zum Tierarzt die Ratte ganz normal weiter
ernähren.
Man sollte auch bereits bevor die Ratte operiert wird, eine Art
"Krankenkäfig" aufstellen. Dieser wird dick mit Küchenpapier
ausgelegt und mehrmals am Tag gereinigt.
Wenn die Ratte die Operation gut überstanden hat, sollte man sie erst
mit nach Hause nehmen, wenn sie vollständig von der Narkose erwacht
ist, da es immer noch Kreislaufschwierigkeiten geben kann und bis man
dann wieder beim Tierarzt ist, kann es u.U. schon zu spät sein. Zuhause
angekommen wird die Ratte in ihren Krankenkäfig gesetzt und muss dort
auch alleine die nächsten Tage verbringen bis die Wunde gut verheilt
ist. Wichtig ist auch, dass man nach dem Aufwachen noch für Wärme
sorgt. Kleine Tiere kühlen sehr leicht aus. Man kann der Ratte direkt
Flüssigkeit anbieten und später auch Fressen in Form von Babybrei.
Transport zum Tierarzt
Zum Tierarzt und auch bei jedem anderen Transport sollte man ausschließlich Transportkäfige verwenden. Diese kann man in jedem Tiergeschäft kaufen. Auf keinen Fall darf man die Ratte nur auf der Schulter mit in die Tierarztpraxis nehmen. Der ganze Lärm und die ungewohnte Umgebung würde jede Ratte erschrecken. Am besten legt man auf den Transportkäfigboden ein altes Handtuch. Wenn die Transportzeit länger dauern sollte, muss man noch ein paar Körner und Frischfutter dazu legen. Die Ratte sollte schön warm gehalten und vor Zugluft geschützt werden.
Die Senior-Ratte
Häufige Alterserscheinungen sind:
- Lähmung der Hintergliedmaßen. Die Tiere scheinen aber nicht an Lebensfreude eingebüßt zu haben. Man sollte aber den Käfig behindertengerecht einrichten und darauf achten, inwieweit sich der Patient noch selber putzen kann, ansonsten muss das vom Menschen übernommen werden.
- geringere körperliche Aktivität
- unsichere Kletterpartien. Man sollte deswegen die Käfigeinrichtung absturzsicher gestalten.
- nachlassender Appetit
- schlechtere Orientierungsfähigkeit
- überlange Krallen und Schneidezähne
- schütteres Haarkleid
- Ausbleichen der Fellfarbe
- Ablagerungen auf dem Penis bei Böcken - Müssen dann vom Menschen mit einen feuchten Tuch entfernt werden.
- Tumorbildung
- Atemwegsinfekte
- vermehrte Zutraulichkeit zum Menschen
Einschläfern
Leider ist es die wenigsten Ratten vergönnt, friedlich im trauen Heim umgeben von Artgenossen einzuschlafen. Man muss vielmehr damit rechnen, dass man den schweren Schritt zum Tierarzt wagen muss, wenn es keine Chance auf Besserung gibt und das Tier nur noch leidet. Auch wenn es verständlich sehr schwer fällt, ist man seinem Tier das schuldig. Man sollte bevor man zum Tierarzt fährt bereits nach dessen Einschläferungsmethode nachfragen. Jedes Tier sollte bevor es die tödliche Spritze bekommt, in Narkose gelegt werden, damit es davon nichts mehr fühlt. Alles andere wäre Tierquälerei.

