Anschaffung und Eingewöhnung

Was ist beim Kauf (egal wo) zu beachten?

  • Die Kaninchen sind nach Geschlechtern getrennt untergebracht.
  • Das Gehege ist sauber, geräumig und artgerecht ausgestattet.
  • Die Kaninchen erhalten genügend Heu, Wasser und Frischfutter.
  • Mehrere Rückzugsmöglichkeiten sind vorhanden.
  • Alle Tiere zeigen sich an Menschen interessiert und wirken weder ängstlich noch schreckhaft.
  • Alle Kaninchen sind gesund, putzmunter und gepflegt.
  • Jungtiere werden nicht vor einem Alter von 10 Wochen abgegeben.
  • Falls ältere Tiere vorhanden sind, sollten diese geimpft sein.
  • Der Besitzer der Tiere nimmt sich Zeit für die Beratung und sucht für die Interessenten passende Tiere aus. Er weist auf die Bedürfnisse von Kaninchen hin und gibt kein Tier in Einzelhaltung ab. Er steht auch nach dem Kauf weiterhin beratend zur Seite und informiert sehr genau darüber, wie das zukünftige Heim seiner Kaninchen aussieht (eventuell auch eine Platzkontrolle).

Diese Punkte sollte man auf jeden Fall berücksichtigen, ansonsten ist das Risiko sehr hoch, dass man kranke, verhaltensgestörte oder trächtige Tiere erwirbt. Die Verantwortung über die Tiere beginnt also schon bereits vor dem Kauf.

Woher?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man in den Besitz von Kaninchen kommen kann:

  • aus dem Zoofachgeschäft
  • vom Züchter
  • von privaten Kleinanzeigen
  • aus dem Tierheim/von privaten Tierschutzorganisationen

Grundsätzlich muss es natürlich jeder selber wissen, wo er seine Tiere erwirbt, aber meines Erachtens wäre die beste Entscheidung, wenn die Wahl auf ein Tierheim oder auf eine private Tierschutzorganisation fiele.
Das Zoofachgeschäft finde ich den falschsten Weg. Natürlich hat jedes Tier das gleiche Recht auf ein schönes und artgerechtes Leben, aber Tiere sind keine Ware und sollten auf keinen Fall in einem Geschäft wie ein Spielzeug verkauft werden. Dadurch kommen doch überhaupt erst diese Spontaneinkäufe zustande. Genervte Eltern geben ohne Überlegung ihren quengelnden Kindern nach, damit sie endlich ihre Ruhe haben und das Ergebnis davon ist, ein einsames gelangweiltes Kaninchen in einem engen und tristen Käfig, ohne jegliche Ansprache.
Ein großes Problem an den Zoofachgeschäften ist in der Regel ihr total inkompetentes Personal. So werden jährlich tausende Kaninchen mit falscher Anleitung abgegeben. Die Einzelhaltung oder die kombinierte Haltung mit einem Meerschweinchen wird angepriesen. Kein Wort davon, dass Kaninchen unbedingt einen Artgenossen brauchen. Nicht anders sieht das bei der Ernährung oder dem Platzbedarf von Kaninchen aus. In der Regel wird natürlich Trockenfutter vom Zoofachpersonal als Grundnahrungsmittel angepriesen. Und gerade bei falscher Haltung entstehen sehr leicht Krankheiten. Viele Kaninchen werden krank verkauft und Parasiten und Pilze gehören da noch zu den harmlosesten Krankheiten.
Es gibt dort keine richtigen Kenntnisse über die Bedürfnisse von Kaninchen, nicht viel anders sieht es bei der Anatomie aus. Die richtige Geschlechtererkennung gleicht einem Glücksgriff. Meistens bekommt man genau das Geschlecht, was man überhaupt nicht haben wollte. Auch hat man dort Probleme bei der Rassezuordnung. Alle Kaninchen werden in der Regel natürlich als Zwergkaninchen verkauft, weil diese Kaninchen am meisten gewollt werden, da sie eben kleiner bleiben. Dass aber gerade diese Kaninchen aufgrund ihrer Züchtung vermehrt Zahnprobleme haben, wird natürlich nicht erzählt. In vielen Fällen entpuppt sich aber nach einiger Zeit das gekaufte "Zwerg"kaninchen gar nicht mehr als Zwerg, sondern ist um einiges größer. Diese Kaninchen sind natürlich genauso liebenswert wie die Zwerge, aber sie brauchen auch aufgrund ihrer Größe mehr Platz.
Was ich am schlimmsten an den Zoohandlungen finde, ist das Abgabealter von den Jungtieren. Kleine Babys von gerade mal 4 Wochen, die noch dringend ihre Mutter und ihre Geschwister brauchen, werden zum Verkauf angeboten. Das ist wirklich einfach grausam! Dies hat auch einen ganz einfachen Grund: Je jünger die Kaninchen, desto süßer sehen die Kleinen aus und desto wahrscheinlicher ist es, dass Groß und Klein beim Anblick eines so süßen Langohren sich nicht zurückhalten können und einfach drauf loskaufen. Solche Winzlinge bleiben in der Regel sehr klein und schmächtig. Sie sind sehr anfänglich für Krankheiten und haben allgemein eine geringe Überlebungsrate. Einen solchen Kauf darf man auf keinen Fall unterstützen! Auch nicht aus Mitleid, da nach jedem verkauften Tier mindestens eins nachkommt.
Wie oben in der Auflistung bereits steht, sind 10 Wochen das ideale Abgabealter. Diese Jungtiere haben einen optimalen Start ins Leben.

Viele Menschen entscheiden sich für Kaninchen vom Züchter, weil sie ein Jungtier und/oder ein bestimmtes Rassetier haben wollen (Rassetiere und auch Jungtiere sitzen aber auch in großer Zahl im Tierheim oder bei privaten Tierschutzorganisationen!). Wichtig ist es aber auch hier, sich genauestens über den Züchter und seine Kaninchen umzuhören, denn es gibt auch einige schwarze Schafe unter den Züchtern und man findet bei ihnen ähnliche Verhältnisse wie bei den Zoohandlungen. Solche Züchter sind nur am Geld interessiert und nicht an ihren Tieren. Sie lassen die Weibchen unkontrolliert decken, ohne irgendwelche Kenntnisse der Genetik.
Gute Züchter stehen beratend zur Seite und geben genauestens Auskunft über ihre Tiere. Die Kaninchen sind gesund, werden gut gehalten und haben das richtige Abgabealter. Kein Kaninchen wird in Einzelhaltung abgegeben. Oft gibt es hier auch die Möglichkeit einer Urlaubsbetreuung.

Auch werden immer viele Kaninchen, ob jung oder alt, aus privater Hand abgegeben. Wenn man sich für diesen Weg entscheidet, sollte man auf jeden Fall schon Erfahrung mit Kaninchen haben oder eine kaninchenerfahrende Person mitnehmen. Bei Privatleuten kann man sich nämlich nicht immer darauf verlassen, dass die Angaben zu den Kaninchen stimmen.

In Tierheimen und in privaten Tierschutzorganisationen suchen viele Kaninchen ein neues schönes Zuhause. Man findet hier alle Altersklassen, alle Rassen und Farbzeichnungen. In einem guten Tierheim sind die Kaninchen bereits geimpft und die Rammler kastriert. Oftmals sitzen schon Pärchen zusammen und werden zusammen vermittelt. Dies hat einen enormen Vorteil für den neuen Halter, da die manchmal anstrengende Zusammenführung wegfällt. Zudem erspart man sich durch die bereits durchgeführte Kastration die medizinische Versorgung und die Trennungszeit vom Weibchen. Wenn für ein bereits vorhandenes Kaninchen einen passenden Partner gesucht wird, gibt es in vielen Tierheimen die Möglichkeit, sein Kaninchen mitzubringen und es sich selber seinen Partner aussuchen zu lassen.
Wir haben mit der Tierschutzorganisation Bunnyhilfe, die sich auf Kaninchen spezialisiert hat, gute Erfahrungen gemacht. Sie besitzen deutschlandweit über Pflegeplätze.

Welche Größe, bzw. welche Rasse?

Wie man unter Allgemein nachlesen kann, variiert die Größe der einzelnen Kaninchenrassen sehr. Im Wesentlichen gibt aber es eigentlich keine großen Unterschiede bei der Haltung von Zwergkaninchen oder beispielsweise von Deutschen Riesen. Rassespezifische Charaktereigenschaften sind bei Kaninchen noch nicht rausgezüchtet worden. Nur muss man natürlich mehr Platz für die Kaninchen einrechnen, wenn man Tiere einer mittleren oder großen Rasse halten will. Auch Kaninchen, die größer als die beliebten Zwerge sind, sind überaus neugierige und liebevolle Gesellen, die meines Erachtens viel mehr Aufmerksamkeit in der Kaninchenhaltung bekommen sollten.

Leider gibt es auch Rassen unter den Kaninchen, deren Leben durch ihre Rassemerkmale erheblich eingeschränkt ist. Zum einen gehören dazu die Widder, die anstatt Stehohren Hängeohren haben. Diese Rasse ist zur Zeit leider total "in" und werden massenhaft verkauft. Ein großes Problem dieser Widderkaninchen ist, dass sie in ihrer Kommunikation und auch ihn ihrer Hörleistung aufgrund der Hängeohren eingeschränkt sind. Ein Kaninchen verständigt sich zum größten Teil über Körpersprache und die Ohren sind mit ein wichtiges Medium, um mit Artgenossen zu kommunizieren. Ein Widderkaninchen kann aber zum Beispiel nicht, seine Ohren anlegen oder sie aufstellen. Sie hängen einfach nur plump nach unten. Dies führt natürlich dann auch zu Kommunikationsschwierigkeiten zwischen Mensch und Tier, weil man dem Widderkaninchen weniger deutlich ansehen kann, dass es aggressiv ist und im Moment seine Ruhe haben will.
Wenn man ein Kaninchen mit Stehohren länger beobachtet, stellt man fest, dass es seine Ohren ständig hin und her bewegt, um Geräusche besser zu orten. Ein Widderkaninchen ist dazu nicht mehr fähig und wäre so in der Natur ein sprichwörtliches "gefundenes Fressen", da es seine Feinde gar nicht kommen hören würde. Neben dieser Einschränkung in der Hörleistung ist das Gesichtsfeld der Widderkaninchen durch die Schlappohren wesentlich dezimiert. Der Rundumblick, der für die Kaninchen in freier Wildbahn lebensnotwendig ist, ist für ein langohriges Kaninchen nicht möglich. Dies kann auch wieder zu Problemen im Umgang mit Artgenossen und Menschen führen, weil es herannahende Kaninchen und Menschen u.U. nicht sieht und dementsprechend erschrickt.
Langohrige Kaninchen sind auch empfänglicher für Ohrenkrankheiten, wie Ohrmilben, bakterieller Erkrankungen oder Verletzungen. Besonders die Englischen Widder, die extrem lange Ohren haben und dadurch gar nicht richtig laufen können, fügen sich häufig Verletzungen an den Ohren zu, die zum Teil auch zu Blutergüssen führen.

Die Angorakaninchen wären eine weitere Rasse, die man kritisch betrachten muss. Den Angorakaninchen wurde extrem langes Fell angezüchtet, durch das ihnen kein artgerechtes Leben mehr möglich ist. Die Kaninchen werden bei Züchtern steril gehalten, damit ihr Fell nicht verfilzt und verklebt. Unter verfilzten Haarstellen können Ekzeme entstehen und sich auch Parasiten ansammeln. Aufgrund ihres langen Fells haben sie auch Schwierigkeiten beim Sehen, da die Augen ständig von den Haaren bedeckt sind. Bei diesen Tieren hilft nur eine regelmäßige Schur, damit das Fell kurz bleibt und sie neben dem Stress des Scherens noch ein einigermaßen artgerechtes Leben führen können.

Auch sind die beliebten Zwergkaninchen nicht ganz ohne Fehler. Insbesondere die extrem klein gezüchteten Zwergkaninchen sind als problematisch anzusehen. Sie haben kleine runde und flache Köpfe, damit sie zeitlebens babyhaft und niedlich auf uns Menschen wirken und in großen Zahlen verkauft werden können. Bei diesen Züchtungen werden ein verkürzter Kiefer, ein verkürzter Tränen-Augen-Kanal, große Augen und extrem kleine Ohren bewusst in Kauf genommen. Das daraus zahlreiche Krankheiten resultieren, scheint zumindest die Züchter nicht zu stören. Wegen des verkürzten Kiefers entstehen häufig Zahnfehlstellungen, die in regelmäßigen Abständen korrigiert werden müssen und eventuell auch zu Abszessen führen können. Des weiteren muss man mit Atemwegsproblemen und Augenproblemen rechnen, d.h. man ist ein ständiger Gast in den Tierarztpraxen.

Ob man diese Rassen nun als Qualzucht bezeichen will oder nicht, dass muss jeder mit sich selber ausmachen. Auf jeden Fall sind die Tiere durch ihre Züchtung eingeschränkt und jedes Lebewesen leidet darunter, wenn es häufig krank ist. Nichts spricht dagegen, wenn man sich eines solchen Tieres annimmt, wenn es im Tierheim oder in einer Tierschutzorganisation gelandet ist, aber bei einem Züchter oder in einer Zoohandlung sollte man die Zucht solcher Kaninchen nicht durch seine Kaufkraft unterstützen!

Zwergkaninchen gehören zu den beliebtesten Kaninchenrassen
Zwergkaninchen gehören zu den beliebtesten Kaninchenrassen

Welches Alter? Welches Geschlecht?

Wenn man sich für Jungtiere entscheidet, sollte diese am besten 10 Wochen alt sein, aber auf keinen Fall unter 8 Wochen. Niemals sollte man wahre Winzlinge im Alter von 3 oder 4 Wochen aufnehmen. Die Kleinen brauchen noch die Milch und den Sozialkontakt zur Mutter und den Geschwistern. Auf keinen Fall sollte man eine solchen Tierquälerei unterstützen, auch nicht aus Mitleid.
Für Kinder und für Kaninchenanfänger sind am besten ältere Tiere geeignet, da sie ruhiger und im allgemeinen auch schon zahmer sind, zudem hat sich ihr Charakter im Gegensatz zu Jungtieren bereits gefestigt und herausgebildet. Von Vorteil wären dann direkt zwei aneinandervertraute Kaninchen, dann wird dem Laien auch die nervenaufreibende Zusammenführung der beiden Fremden erspart.

Eine ideale kleine Kaninchengruppe besteht aus einem Rammler, der natürlich kastriert ist, weil es ja schließlich schon genug heimatlose Kaninchen gibt, und einem Weibchen. Beide sollten auch ungefähr in gleichem Alter sein. Ein Pärchen ist in der Regel sehr harmonisch, weil die Kombination am natürlichsten ist. Der Rammler geht kaum auf die Zickigkeiten des Weibchens ein, er beschwichtigt sie eher.
In einigen Fällen klappt auch die Haltung von zwei Weibchen, aber in vielen Fällen auch nicht. Die Voraussetzung für diese Kombination ist viel Platz und sehr viel Auslauf. Oftmals vertragen sich zwei weibliche Jungtiere sehr gut, aber nach dem Eintreten der Geschlechtsreife, ist es mit der Harmonie vorbei.
Sehr ähnlich läuft es auch bei der Haltung von zwei Rammlern ab. Wobei es in der Regel nach der Zusammenführung der Tiere um einiges ruhiger zu geht, als bei der reinen Weibchenhaltung. Hier sind aber viel Platz, sehr viel Auslauf und die unerlässliche Kastration der Rammler Voraussetzung. Die beiden müssen unbedingt kastriert werden, sonst kommt es spätestens nach dem Eintreten der Geschlechtsreife zu Problemen, die schwere Verletzungen nach sich ziehen können. Insbesondere in einem Käfig, da es dort keinen Platz zum Ausweichen gibt und der Stärkere ungehemmt auf den anderen losgehen kann.
Bei allen Kombination kann es passieren, dass sich Tiere dennoch nicht vertragen. Gerade deswegen rate ich Anfängern in der Kaninchenhaltung dazu, gleich zwei ausgewachsene gegengeschlechtliche Kaninchen zu holen, die die Zusammenführung bereits hinter sich haben. Bei solchen Tieren ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass sie sich auf einmal doch nicht mehr vertragen sollten. Bei einem ausgewachsenen gleichgeschlechtlichen Pärchen, egal ob männlich oder weiblich, kann man in der Regel auch davon ausgehen, dass sie sich für immer gut vertragen werden. Bei Jungtieren ist es wie gesagt problematisch zu beurteilen, ob sie sich ewig verstehen werden. Bei einem kastrierten Rammler und einem Weibchen kann man aber in der Regal davon ausgehen, dass es mit den beiden klappt.
Natürlich sollte man bei der Auswahl der Tiere auch die individuellen Charaktere berücksichtigen, um schon mal im vorhinein das Risiko einer Antipathie so gering wie möglich zu halten. Zwei dominante Kaninchen sind schwer zusammen zuhalten, daher sollte man zu einem dominanten Tier immer ein weniger dominantes Tier setzen.

Geschlechtsbestimmung

Die Geschlechtsbestimmung bei jungen Kaninchen ist nicht sehr leicht und stellt manchmal auch für erfahrende Personen eine Herausforderung dar. Aus diesem Grunde sollte man auf jeden Fall eine kundige Person mit zu den Kaninchen nehmen, falls man sich nicht sicher sein kann, dass die Angaben des Besitzers stimmen. Ansonsten besteht sehr leicht die Gefahr, dass man das falsche Geschlecht bekommt oder schlimmstenfalls, dass bald zusätzlicher Kaninchennachwuchs ins Haus steht und dies sollte man bei der derzeitigen hohen Anzahl von heimatlosen Kaninchen doch tunlichst vermeiden.
Um selber das Geschlecht zu bestimmen, dreht man das Kaninchen auf den Rücken und schiebt das Fell im Genitalbereich auseinander. Der After liegt direkt unter dem Schwanz und die Genitalöffnung ist dahinter, in Richtung Bauch. Bei einem Rammler ist die Geschlechtsöffnung punkförmig und wenn man leicht auf den Bauch in der Nähe des Genitalbereich drückt, erscheint bei einem männlichen Tier der Penis, der durch einen schmalen Zwischenraum vom After getrennt wird. Bei Jungtieren ist der Penis aber noch nicht sehr weit entwickelt. Man sollte aber unbedingt darauf achten, dass man die Ausstülpung der Scheide des Weibchens nicht mit einem Penis verwechselt.
Die Hoden des Männchen liegen links und rechts neben dem Penis in sogenannten Hauttaschen. Ein spezieller Hodensack wie bei anderen Tierarten ist nicht ausgebildet. Sie haben eine bohnenähnliche Form. Bei der Geburt sind die Hoden noch nicht sichtbar. Sie liegen noch in der Bauchhöhle und steigen erst nach einiger Zeit durch den Leistenspalt in die Hauttaschen ab. Unter Umständen kann es auch vorkommen, dass bei einem Rammler nur ein Hoden vorzufinden ist. Dies kann mehrere Ursachen haben: Verletzung, Geburtsfehler oder auch hormonelle Störungen. Der andere Hoden befindet sich dann dabei immer noch in der Bauchhöhle oder im Leistenkanal. Ein Rammler kann seine Hoden aufgrund von Erregung oder Temperaturregulierung in die Bauchhöhle zurückziehen. Dies könnte die Geschlechtsbestimmung und auch die Kastration, bei der ja die Hoden entfernt werden, erschweren.
Die Geschlechtsöffnung hat bei den Weibchen dagegen eine längliche Form und liegt näher zum After hin.
Äußerliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern liegen vor allem in der Kopfform. In der Regel haben die Rammler einen größeren und breiteren Kopf als die Weibchen.

Augen auf beim Erwerb der Tiere

Oftmals werden auch kranke Kaninchen verkauft. Dies kommt ziemlich häufig in Zoohandlungen vor und auch bei schlechten Züchter und in weniger guten Tierheimen. Um zum größten Teils kranke Tiere ausschließen zu können, sollte man folgende Punkte beachten:

Gesunde Kaninchen...

  • ...haben glattes, sauberes und anliegendes Fell, keine verkrusteten oder kahlen Stellen.
  • ...sind munter, neugierig und lebhaft, falls sie nicht gerade ausruhen.
  • ...haben saubere Ohren, die ständig in Bewegung sind.
  • ...haben leuchten klare Augen, keine trüben oder tränenden.
  • ...haben eine saubere Nase, keinen Nasenausfluss und niesen nicht.
  • ...haben einen sauberen After, keinen verschmierten oder verklebten.
  • ...haben keine Wunden, Schorf oder Geschwülste.
  • ...haben keine Entzündungen an den Pfoten.
  • ...haben aufeinander stehende Schneidezähne, die schön weiß sind.
  • ...haben keine zu langen Krallen.
  • ...kratzen sich nicht andauern. (Häufiges Kratzen deutet auf Parasiten hin!)

Grundsätzlich sollte man alle Tiere im Gehege genau beobachten. Falls ein Tier in der Gruppe krank ist, kann es gut sein, dass sich die anderen Tiere auch angesteckt haben könnten.

Transport und Transportbox

Oftmals werden auch kranke Kaninchen verkauft. Dies kommt ziemlich häufig in Zoohandlungen vor und auch bei schlechten Züchter und in weniger guten Tierheimen. Um zum größten Teils kranke Tiere ausschließen zu können, sollte man folgende Punkte beachten:

Gesunde Kaninchen


  • haben glattes, sauberes und anliegendes Fell, keine verkrusteten oder kahlen Stellen.
  • sind munter, neugierig und lebhaft, falls sie nicht gerade ausruhen.
  • haben saubere Ohren, die ständig in Bewegung sind.
  • haben leuchten klare Augen, keine trüben oder tränenden.
  • haben eine saubere Nase, keinen Nasenausfluss und niesen nicht.
  • haben einen sauberen After, keinen verschmierten oder verklebten.
  • haben keine Wunden, Schorf oder Geschwülste.
  • haben keine Entzündungen an den Pfoten.
  • haben aufeinander stehende Schneidezähne, die schön weiß sind.
  • haben keine zu langen Krallen.
  • kratzen sich nicht andauern. (Häufiges Kratzen deutet auf Parasiten hin!)

Grundsätzlich sollte man alle Tiere im Gehege genau beobachten. Falls ein Tier in der Gruppe krank ist, kann es gut sein, dass sich die anderen Tiere auch angesteckt haben könnten.

Eingewöhnung

Wenn das Gehege hergerichtet ist und die Kaninchen mit Hilfe der Transportbox im neuen Heim ankommen sind, dann brauchen sie erst einmal viel Ruhe, um sich an die neue Umgebung, an die neuen Gerüche und Geräusche gewöhnen zu können.
Den Kaninchen kann man auch die Eingewöhnung etwas erleichtern, in dem man ein wenig vom Trockenfutter vom vorherigen Besitzer mitnimmt, falls überhaupt Trockenfutter verfüttert wurde. Später sollte man aus gesundheitlichen Gründen auf die Gabe von Trockenfutter verzichten, aber am Anfang muss man das den Tieren nicht noch zusätzlich zumuten und das gewohnte Futter schafft auch ein wenig Vertrautheit in der Fremde.
Zusätzlich sollte man noch ein kleinen Beutel mit benutzter Eintreu mitnehmen und diese dann ins Gehege streuen, um so den Kaninchen auch bekannte Gerüche anbieten zu können. So fällt der Umzug und der Besitzerwechsel nicht ganz so heftig für die Tiere aus. Was auch auf jeden Fall wichtig wäre, ist eine Liste mit dem Frischfutter, welches sie bekommen und vertragen haben, vom Vorbesitzer zu erhalten und dazu dann natürlich auch eine Liste mit dem Futter, was sie nicht vertragen. Allgemein ist es gut, so viel wie möglich, über die neuen Tiere zu erfahren, auch über ihre Gewohnheiten, Ängste, "Macken", Vorlieben, bisherige Erkrankungen etc. Je mehr man über seine neuen Mitbewohner weiß, desto leichter ist die Eingewöhnung für Mensch und Tier gleichermaßen. Auch sollte man sich über den Tagesablauf der Kaninchen erkundigen, d.h. wann gab es Futter und welches Futter, wann gab es ggf. Auslauf usw. Wenn man sich in den ersten Tagen daran noch ein wenig hält, kann man den Kaninchen dadurch auch ein wenig die Eingewöhnung erleichtern. Falls die Kaninchen geimpft worden sind (auf jeden Fall nachfragen!), sollten beim Besitzerwechsel auch die Impfpässe mit übergeben werden.

Die Kaninchen sind nun im neuen Heim angekommen. Heu und Futter befindet sich bereits im Gehege und alle sonstigen Gehegeeinrichtungen wie Häuser, Röhren usw. sind auch am richtigen Platz. Die benutzte Einstreu sollte dann noch bevor die Kaninchen ins Gehege kommen, hinzugefügt werden. Auf direktem Wege sollten dann auch die Kaninchen ihr neues Heim kennen lernen und dann brauchen sie, wie oben schon angesprochen, viel Ruhe. Die Kaninchen sind so eben aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen worden und verstehen überhaupt nicht, was mit ihnen geschieht. Sie sollten jetzt erst einmal ihr Gehege in Ruhe erkunden und wissen, wo ihr Futter steht und wo sich ihre Toilette befindet. Am Anfang werden die Kaninchen in der Regel noch sehr ängstlich sein und man sollte sich wirklich daran halten, sie nicht zu stören oder zu streicheln. Die Neugierde auf die neuen Mitbewohner ist verständlicherweise sehr groß und gerade Kinder verstehen nicht, dass die Tiere anfangs noch ihre Ruhe brauchen, aber es ist wirklich absolut notwendig! In diesen Momenten sind die Eltern gefordert und sollten vielleicht mit Unternehmungen außer Haus, ihre Kinder für ein paar Stunden ablenken. Wenn man dann wieder nach Hause kommt, wird man sehen, dass die Kaninchen sich schon ein wenig eingelebt haben. Sie werden wahrscheinlich schon etwas gefressen haben und die ersten Köddel liegen im Gehege. Sobald die Kaninchen anfangen sich zu putzen, fühlen sie sich auch gar nicht mehr so unwohl.
Wie schnell sich ein Kaninchen einlebt, ist von vielen Faktoren abhängig: vom Charakter eines Tieres - manche Kaninchen sind von Natur aus dem Menschen aufgeschlossener als andere, von seiner Vergangenheit - wenn Kaninchen bereits schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht haben, können sie anfangs noch etwas scheuer sein, trotzdem heißt dies nicht, dass sie nie zahm werden, weil dies in erster Linie von ihrem Charakter abhängig ist, von der Zeit, die sich der Vorbesitzer mit dem Tier beschäftigt hat - je mehr Zeit ein Kaninchen mit Menschen verbracht, desto aufgeschlossener wird es in der Regel gegenüber dem Menschen sein. Man sollte demnach auf die Tiere eingehen und den Kaninchen die Zeit lassen, die sie zur Eingewöhnung brauchen. Manche Kaninchen gewöhnen sich innerhalb von ein paar Tagen ein und bei anderen kann es eventuell Wochen oder gar Monate dauern.