Allgemein

Wichtige Daten

Gewicht: große Rassen: 5 - 8,5 kg und mehr
mittelgroße Rassen: 3 - 4 kg
kleine Rassen: 2 - 3 kg
Zwergrassen: 0,7 - 2 kg
Größe: 22 - 72 cm
Körpertemperatur: 38,5 - 39,3°C
Atemfrequenz: 30 - 60 pro min
Herzfrequenz: 120 - 150 pro min
Ohrlänge: bei großen Rassen: 13 -18 cm; bei Widdern: 38 - 70 cm
bei mittelgroßen Rassen: 11 - 15 cm
bei kleinen Rassen: 8 - 11 cm
bei Zwergrassen: 5 - 7 cm; bei Widdern: 24 - 28 cm
Krallenanzahl: Vorderpfote: 5; Hinterpfote: 4
Zähne oben: 2 Schneide- und 6 Backenzähne auf jeder Seite
Zähne unten: 1 Schneidezahn und 5 Backenzähne auf jeder Seite
durchschnittliche Lebenserwartung: 5 - 8 Jahre
maximale Lebenserwartung: 10 - 12 Jahre
Geschlechtsreife: bei kleinen Rassen: ab der 10. - 12. Lebenswoche
bei größeren Rassen: später
Zuchtreife: bei kleinen Rassen: ab dem 6. Monat
bei mittleren Rassen: ab dem 7. Monat
bei großen Rassen: ab dem 8. Monat
Brunstzeit: nicht begrenzt
Tragezeit: ca. 30 Tage
Zahl der Junge: 2 - 12, bei Zwergrassen: 2 - 4
Geburtsgewicht: 50 - 100 g
Säugezeit: 6 - 8 Wochen
Zwergkaninchen

Verhalten

Leider herrschen viele Vorurteile über das Kaninchen in unserer Gesellschaft. Wie beim Meerschweinchen auch, wird es als ideales Kindertier und Schmusetier angepriesen. Dies trifft hier aber genauso wenig zu wie beim Meerschweinchen. Die Pflege und die Beobachtung, um rechtzeitig Krankheiten zu erkennen, überfordert jedes Kind. Nebenbei bemerkt gibt es eigentlich kein richtiges Kindertier, sondern die Eltern müssen immer die Verantwortung mit übernehmen. Man kann seinen Kindern aber ein Teil der Pflege überlassen, was überaus bereichernd sein kann.

Die wichtigsten Verhaltensweisen des Kaninchens auf einen Blick:

  • Kaninchen sind Sippentiere, die viel Sozialkontakt brauchen. Ein Kaninchen darf nie alleine gehalten werden, das wäre sonst Tierquälerei. Kein anderes Wesen, sei es Mensch oder Meerschwein, kann einem Kaninchen den Artgenossen ersetzen.
  • Kaninchen brauchen viel Bewegung. Sie dürfen nicht den ganzen Tag über in einem engen Käfig vor sich hinvegetieren, sonst verkümmert ihre Muskulatur und sie entwickeln Verhaltenstörungen. Am besten hält man Kaninchen in einem Gehege oder ganz frei in einem Zimmer bzw. in einer Wohnung.
  • Obwohl Kaninchen nicht zu der Ordnung der Nagetiere gehören, sondern zu den Hasenartigen, brauchen auch sie viel Heu und Nagematerial, um ihre ständig nachwachsenden Zähne abzunutzen und um sich zu beschäftigen.
  • Kaninchen leben in der freien Natur in Höhlen, um sich vor Feinden zu verstecken und um sich auszuruhen. In einem Kaninchenheim darf ein Höhlenersatz nicht fehlen. Das Tier würde sonst die ganze Zeit unter hohen Stress stehen, was zu gesundheitlichen Problemen führen kann.
  • Auch wenn sich ein Kaninchen verstecken will, braucht es nebenbei auch erhöhte Plätze, um sich ein Rundumblick zu verschaffen.
  • Das Leben in unseren Wohnungen ist für Kaninchen sehr geruhsam, da der tägliche Überlebungskampf wegfällt. Aber dieses Leben kann auch sehr leicht langweilig auf Dauer werden, deshalb ist für viel Abwechslung zu sorgen.
  • Meist ist so ein Kaninchen ständig in Aktion, aber es braucht, wie wir Menschen auch, seine Ruhepausen, um sich auszuruhen und Energie zu tanken. Diese Ruhepausen muss man akzeptieren, was oft Kindern schwer fällt.
  • Auch wenn viele Kaninchen, nicht alle, Streicheleinheiten von ihren menschlichen Bezugspersonen sehr lieben und auch diese geradezu einfordern, sollte man es damit nicht übertreiben. Ein Kaninchen braucht auch seine Ruhe und ist auf keinen Fall ein lebendig gewordener Teddybär.
  • Kaninchen sind äußerst fruchtbar und vermehren sich sprichwörtlich "wie die Karnickel". Aus diesem Grunde muss bei einer Pärchenhaltung das Männchen unbedingt kastriert werden.
  • Kaninchen sind besonders in den frühen Morgenstunden aktiv und wollen zu dem Zeitpunkt richtig toben. Wenn sie dann über Nacht in einem engen Käfig eingesperrt werden, können sie ihrem natürlichen Bewegungsdrang nicht nachgeben und entwickeln Verhaltenstörungen.
  • Kaninchen sind äußerst revierbewusst und markieren ständig ihr Revier. Unsere Heimkaninchen sehen natürlich ihre Wohnung bzw. ihr Zimmer als Revier an und markieren sehr häufig mit dem Kinn, d.h. sie reiben mit der Kinnunterseite an die jeweiligen Gebrauchsgegenstände. Trotz ihrer Stubenreinheit markieren Kaninchen hin und wieder mit Urin oder Kot, insbesondere wenn ein neues Tier hinzugekommen ist.
  • Kaninchen versuchen von Natur aus, beginnende Krankheiten so lange wie möglich zu verstecken. Damit man aber trotzdem frühzeitig eine Krankheit bei seinem Langohr erkennen kann, muss man immer beobachten, wie es frisst und ob es sich normal verhält.
  • Kaninchen fressen in regelmäßigen Abständen ihren Kot, den sogenannten Blinddarmkot. Dies ist für sie lebenswichtig und man darf sie daran nicht hindern.
  • Kaninchen sind nicht immer die friedlichen Tiere, wofür viele Menschen sie halten. Sie können recht rabiat im Umgang mit Artgenossen und Menschen sein, wenn sie ihre Launen haben oder auch wenn sie falsch gehalten werden.
  • Kaninchen unterliegen in einer Gruppe einer bestimmten Hierarchie. Einer ist der Boss und die anderen müssen sich ihm unterordnen. Auch wenn wir Menschen dieses Verhalten als ungerecht empfinden, sichert die Rangordnung schon seit Jahrhunderten das Überleben der Kaninchen und sie selber sehen es als natürlich an und sind glücklich damit.
  • Kaninchen können direkt vor ihrer Nase nichts sehen, zudem haben sie Schwierigkeiten Entfernungen einzuschätzen, daher sollte man sich immer vorsichtig dem Kaninchen nähern und dabei mit ihm reden.
  • Zuletzt sei noch erwähnt, dass alle diese Verhaltensweisen auf alle Kaninchen, egal welche Größe und Rasse, zutreffen. Zwergkaninchen verhalten sich nicht anders als ein Kaninchen von einer großen Rasse. Daher spreche ich auch immer von Kaninchen und nicht von Zwergkaninchen, wie dies bei vielen Webseiten und Büchern üblich ist.
Kleines Kaninchen