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Abstammung
Zoologische Zuordnung
Ordnung: Lagomorpha (Hasentiere)Familie: Leporidae (Hasenartige)
Gattung: Oryctolagus (Europäische Kaninchen)
Art: Oryctolagus cuniculus (Europäisches Wildkaninchen)
Rasse: Verschiedene Hauskaninchenrassen
Alle Kaninchen, ob nun das Zwergkaninchen oder die Deutschen Riesen, stammen von dem Europäischen Wildkaninchen ab. Auch wenn die unterschiedlichen Rassen sehr verschieden aussehen mögen, haben sie alle denselben Ursprung und gehören immer noch derselben Art an.
Lebensweise des Europäischen Wildkaninchens
Die ursprüngliche Verbreitung des Europäischen Wildkaninchens, der Stammvater aller Hauskaninchen, war die Iberische Halbinsel (= Portugal und Spanien), Nordafrika und Südfrankreich. Durch den Menschen trifft man es heute auch im restlichen Europa, Britannien, Nordwestafrika, USA, Australien und Neuseeland an. Für manche Gebiete war dies weniger vorteilhaft, da die Kaninchen dort keine natürlichen Fressfeinde hatten und sich so ungehindert vermehren konnten. Die vielen Kaninchen richten dort große Verwüstungen in der Landwirtschaft und in der Natur an und in Australien sind mehrere Beuteltierarten wegen der Nahrungskonkurrenz zu dem Kaninchen ausgestorben.
Das Europäische Kaninchen hat eine Körperlänge von ca. 35 - 45 cm und hat
ein grau-bräunliches Fell, das an der Bauchseite wesentlicher heller ist. Sein
Gewicht beträgt nur ein bis zwei Kilogramm. Die Aktivität des Kaninchens bezieht sich vor allem
auf die Dämmerungszeiten. Wenn es sich aber ungestört und sicher fühlt, hält es sich durchaus
auch am Tage auf.
Ihre
Hauptnahrung besteht aus Gras und saftigen Pflanzen. Wenn sie die Möglichkeit
haben, fressen sie auch von Menschen gezüchtete Gemüsesorten und
Getreidegewächse. Unter anderem knabbern sie auch gerne an jungen Bäumen und
können diese unter Umständen auch ernsthaft schaden. Im Winter, wenn das
Nahrungsangebot knapp ist, leben sie von Zwiebeln, Zweige und Rinden.
Das Kaninchen lebt in Verbänden
- in der Regel mit einer recht großen Individuenzahl (bis zu einigen hundert
Tieren), die eine hoch
entwickelte Sozialstruktur pflegen. Diese Sozialstruktur wird durch aggressive
Auseinandersetzungen aufrecht erhalten. Die dominanten Paare nehmen das gesamte
Territorium des Verbandes in Anspruch, während sich die rangniedrigeren Tiere
kleinere Gebiete innerhalb dieses Territoriums teilen. Ihre Leben verbringen die
Tiere teils unterirdisch in einem weit verzweigten Höhlensystem, das sie selbst
gegraben haben.
Eine Fortpflanzungssaison dauert von Januar bis August,
dabei kann ein Weibchen pro Wurf 4 - 12 Junge bekommen, die nackt, blind und taub
sind. Die Nistkammer ist dabei mit Pflanzenmaterial und Wolle von der Bauchseite
des Muttertieres gepolstert. Die dominanten Weibchen
haben ein Vorrecht bei den Nistplätzen gegenüber der untergeordneten
Weibchen. Die Dominanten ziehen ihre Jungen in einer Nistkammer im Hauptbau
groß, die anderen müssen auf weniger attraktivere Plätze weiter am Rand der
Sippe vorlieb nehmen. Die Jungen verlassen mit drei Wochen zum ersten Mal
den Bau und können sich mit 3,5 Monaten selber fortpflanzen.
Als die wichtigsten Fressfeinde des Kaninchens gelten
Füchse und Wiesel, die sich auch von ausgewachsenen Kaninchen ernähren. Für
die Jungtiere geht von einer weitaus größeren Schar Gefahr aus, darunter
zählen auch Greifvögel, Dachse und Hauskatzen.
Als Alarmsignal dienen dem Kaninchen der Stummelschwanz, der beim Laufen
auffällig hell leuchtet, und das Trommeln mit den Beinen auf den Erdboden.
Durch ihre langen, starken Hinterbeine erzielen Kaninchen eine hohe
Geschwindigkeit, daneben hilft ihnen ihre Tarntracht, ihr scharfer Geruchssinn
und ihr ausgeprägtes Gehör, um sich vor Feinden zu schützen.
Unterschiede zwischen Feldhase und Wildkaninchen
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Feldhase
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Wildkaninchen
|
|
|
Körperform: |
lang und schlank |
gedrungen |
| Ohrlänge: | länger als der Kopf | kürzer als der Kopf |
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Gewicht: |
1 bis 2 kg |
3 bis 6 kg |
|
Gesellschaftsform: |
Einzelgänger |
Sippentier |
|
Lebensraum: |
offene Wiesen und Felder |
Gebüsch mit sandigem Boden |
|
Tragezeit: |
ca. 40 Tage |
ca. 30 Tage |
|
Jungtiere: |
Nestflüchter |
Nesthocker |
|
Nestort: |
in einer Sasse (Bodenmulde) |
in einer Höhle unter der Erde |
|
Chromosomenanzahl: |
46 |
44 |
|
domestizierbar: |
nein |
ja |
Nach dieser Aufzählung ist es wohl eindeutig, dass Kaninchen und Hasen nicht viel gemeinsam haben. Zwar gehören die beiden Arten einer gemeinsamen Familie an, aber sehr eng sind sie nicht verwandt. Beide Arten führen ein ganz verschiedenes Leben und daher ist es eigentlich fatal, wenn man sein Kaninchen "Hase" nennt. Auch die großen, schweren Schlachtkaninchen, die gerne "Stallhasen" genannt werden, sind Kaninchen und keine Hasen. Diese großen Tiere haben dieselben Bedürfnisse wie ein Zwergkaninchen, nur dass sie noch mehr Platz brauchen. Hasen sind nicht domestizierbar, d.h. dass sie nicht als Haustiere geeignet sind. Sie kann man nicht zähmen. Auch die Kaninchenrasse "Hasenkaninchen" ist kein Hase oder eine Kreuzung aus Kaninchen und Hase, sondern auch ein Kaninchen. Übrigens Kaninchen und Hase kann man nicht untereinander kreuzen. Sie können sich nicht zusammen vermehren.